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26.04.2019, 09:33 Uhr
„Wildtiere im Zirkus sind nicht mehr zeitgemäß“
CDU Rheine will künftig Auftrittsverbote für Zirkusse mit bestimmten Wildtieren
Die CDU Rheine möchte Zirkussen mit bestimmten Wildtieren zukünftig aus Gründen des Tierwohls und der Sicherheit keine kommunalen Flächen mehr zur Verfügung stellen. „Anders als in Zoos, bei denen pädagogische, wissenschaftliche und auf Artenschutz basierende Ziele im Vordergrund stehen, geht es bei Zirkussen in erster Linie nur um Unterhaltung“, erklärt CDU-Vorsitzender Fabian Lenz. Auch seien die Haltungsanforderungen im Zirkus deutlich geringer und es komme immer wieder zu Ausbrüchen, Unfällen oder Angriffen. So seien etwa für Elefanten in einem Zoo mindestens 2000 qm vorgeschrieben, im Zirkus aber lediglich 250 qm. Auf Grund von Ausbruchsgefahr, der grundsätzlichen Gefährlichkeit der Tiere sowie bis zu 50 Standortwechseln im Jahr sei dies laut Lenz auch gar nicht anders zu verantworten, eine artgerechte Haltung sei damit aber schlichtweg nicht möglich: „Es fordern nicht nur Tierschutzorganisationen Wildtierverbote im Zirkus, sondern vor allem auch die Bundestierärztekammer und die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz. Es geht uns nicht darum, Zirkusse und ihre Tierlehrer an den Pranger zu stellen. Diese wollen für ihre Tiere meist nur das Beste und behandeln sie im Rahmen der Möglichkeiten so gut es geht.“
Schön anzusehen, für das Tier durch Transport, zu wenig Platz und Stress aber nicht optimal.
Die CDU betrachte die Thematik daher auch durchaus differenziert. So sollen Tierauftritte nicht generell unterbunden werden. Zirkusse, die öfter als dreimal im Jahr ihren Standort wechseln und mit Tieren, für die häufiges Reisen und Auftritte besonderen Stress bedeuten, bei denen größere Auslaufmöglichkeiten notwendig wären oder von denen eine besondere Gefahr durch eventuelle Ausbrüche oder Angriffe ausgeht, sollen künftig nicht mehr auf kommunalen Flächen in Rheine auftreten dürfen. Hierzu zählen etwa Elefanten, Flusspferde, Seehunde, Giraffen, Großbären, Großkatzen, Nashörner, größere Primaten oder Wölfe. Komplett auf Tiere verzichten müssten in Rheine auftretende Zirkusse demnach aber nicht. Pferde, Esel, Hunde oder auch Enten wären weiterhin möglich.

Nur noch fünf EU-Länder, darunter Deutschland, haben kein Verbot bestimmter Tierarten im Zirkus. Ein generelles Wildtierverbot in Zirkussen sei aber Sache der Bundespolitik und müsste Übergangsfristen enthalten, da viele Zirkustiere nicht mehr ausgewildert werden könnten. Kommunal könne ein Auftrittsverbot rein rechtlich lediglich durch beispielsweise Gefahrenabwehr gegen Tierausbrüche, Angriffe auf Menschen und Ähnliches begründet werden. So gab es in der Vergangenheit sowohl Fälle, in denen kommunale Auftrittsverbote für rechtswidrig erklärt wurden als auch Fälle, in denen sie als gültig erachtet wurden. „Viele Tiere kommen faktisch aber ohnehin schon nicht mehr im Zirkus vor oder dürfen wie Elefanten nicht mehr als Wildfang eingeführt werden. Die wachsende Zahl kommunaler Auftrittsverbote setzt dabei ein deutliches und zusätzliches, wenn auch unter Umständen nur symbolisches Zeichen an Zirkusbetreiber, keine neuen Tiere mehr zu züchten oder anzuschaffen. Wildtiere im Zirkus sind schlicht nicht artgerecht und nicht mehr zeitgemäß“, so Lenz weiter.
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